Sicherheit von Banken – Was Kunden der Credit Suisse und anderer Banken im Gedächtnis behalten müssen

Was für faktische, reale Grössen (Zahlen, Ratios) würden einen vorsichtigen Anleger dazu führen, dass er seine Mittel von einer Bank abzieht?

Hartes Kernkapital von weniger als 7% Risikogewichtete Aktiven (Risk Weighted Assets RWA); Leverage Ratio von weniger als 3% des Gesamtengagements; Rating-Senkung unter BBB oder früher schon massiver Anstieg der Credit Default Swap (CDS-) Prämien auf diesen Schuldner; Gerüchte über grosse Geldabflüsse oder Limiten-Kappung; massiv gesunkener Kurs von Aktien und CoCos.

Wie schnell hat sich die Dynamik in den Fällen Lehman Brothers und Bear Stearns entwickelt. Hätte man aufgrund von Ratings oder öffentlichen Zahlen rechtzeitig die Gelder abziehen können, bzw. in ausgesonderte Anlagen investieren?

Das ging alles sehr schnell und die offiziellen Eigenmittel-Ratios, welche die SEC als Hauptaufseherin von Lehman Brothers auch unmittelbar nach dem Konkurs unter Aufsehern als Rechtfertigung angab, waren alle noch klar über dem Minimum, nur stimmten eben die Bewertungen überhaupt nicht, was die Marktteilnehmer erahnten. Auch die Rating-Agenturen hinkten der Entwicklung völlig hinterher, was z.B. der Credit Suisse die Argumentation gegenüber geschädigten Anlegern von Lehman Brothers strukturierten Produkten ermöglichte, eine aktive Warnung der Anleger bzw. Verkauf der strukturierten Produkten des Lehman-Emittenten habe sich nicht aufgedrängt.

Wie stark die UBS 2008 Liquidität verlor, und wie nah sie damals vor dem Kollaps stand.

In der Botschaft des Bundesrat zum UBS-Rettungspaket und dem UBS-Bericht der GPK wird das nicht quantitativ, sondern qualitativ umschrieben als Begründung für die Notwendigkeit der staatlichen Rettung. Das Liquiditätspolster wäre bei Fortsetzung der festgestellten Abflussraten noch ca. 1 Woche oder 10 Tage ausreichend gewesen. Das hängt natürlich auch von der möglichen Beschleunigung und dem allgemeinen Krisenzustand ab. Jedenfalls würden das die Behörden im Ernstfall nicht sofort kommunizieren, um die Panik nicht zusätzlich anzuheizen. Man sollte sich nicht der Illusion hingeben, noch rechtzeitig aussteigen zu können, sondern muss vorher diversifizieren.

Fragen oder Anregungen?

Gerne an contact@zuberbuehler-associates.ch oder Kommentar.

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